III

 

Seine Diener füttern mit mehr und mehr

ein Rudel von jenen wilden Gerüchten,

die auch noch Er sind, alles noch Er.

Seine Günstlinge flüchten vor ihm her.

 

Und seine Frauen flüstern und stiften

Bünde. Und er hört sie ganz innen

in ihren Gemächern mit Dienerinnen,

die sich scheu umsehn, sprechen von Giften.

 

Alle Wände sind hohl von Schränken und Fächern,

Mörder ducken unter den Dächern

und spielen Mönche mit viel Geschick.

 

Und er hat nichts als einen Blick

dann und wann; als den leisen

Schritt auf den Treppen die kreisen;

nichts als das Eisen an seinem Stock.

 

Nichts als den dürftigen Büßerrock

(durch den die Kälte aus den Fliesen

an ihm hinaufkriecht wie mit Krallen)

nichts, was er zu rufen wagt,

nichts als die Angst vor allen diesen,

nichts als die tägliche Angst vor Allen,

die ihn jagt durch diese gejagten

Gesichter, an dunklen ungefragten

vielleicht schuldigen Händen entlang.

Manchmal packt er Einen im Gang

grade noch an des Mantels Falten,

und er zerrt ihn zornig her;

aber im Fenster weiß er nicht mehr:

wer ist Haltender? Wer ist gehalten?

Wer bin ich und wer ist der?


 © textlog.de 2004 • 24.10.2017 02:10:08 •
Seite zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 
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