Mädchenmelancholie


Mir fällt ein junger Ritter ein

fast wie ein alter Spruch.

 

Der kam. So kommt manchmal im Hain

der große Sturm und hüllt dich ein.

Der ging. So läßt das Benedein

der großen Glocken dich allein

oft mitten im Gebet...

Dann willst du in die Stille schrein,

und weinst doch nur ganz leis hinein

tief in dein kühles Tuch.

 

Mir fällt ein junger Ritter ein,

der weit in Waffen geht.

 

Sein Lächeln war so weich und fein:

wie Glanz auf altem Elfenbein,

wie Heimweh, wie ein Weihnachtsschnein

im dunkeln Dorf, wie Türkisstein

um den sich lauter Perlen reihn,

wie Mondenschein

auf einem lieben Buch.


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Seite zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 
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