Die drei Teiche in Hellbrunn


2. Fassung

 

Hinwandelnd an den schwarzen Mauern

Des Abends, silbern tönt die Leier

Des Orpheus fort im dunklen Weiher

Der Frühling aber tropft in Schauern

Des Nachtwinds silbern tönt die Leier

Des Orpheus fort im dunklen Weiher

Hinsterbend an ergrünten Mauern.

 

Ferne leuchten Schloß und Hügel.

Stimmen von Frauen, die längst verstarben

Weben zärtlich und dunkelfarben

Über dem weißen nymphischen Spiegel.

Klagen ihr vergänglich Geschicke

Und der Tag zerfließt im Grünen

Flüstern im Rohr und schweben zurücke -

Eine Drossel scherzt mit ihnen.

 

Die Wasser schimmern grünlichblau

Und ruhig atmen die Zypressen

Und ihre Schwermut unermessen

Fließt über in das Abendblau.

Tritonen tauchen aus der Flut,

Verfall durchrieselt das Gemäuer

Der Mond hüllt sich in grüne Schleier

Und wandelt langsam auf der Flut.


 © textlog.de 2004 • 12.12.2017 14:57:25 •
Seite zuletzt aktualisiert: 09.06.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright