Vorhölle


An herbstlichen Mauern, es suchen Schatten dort

Am Hügel das tönende Gold

Weidende Abendwolken

In der Ruh verdorrter Platanen.

Dunklere Tränen odmet diese Zeit,

Verdammnis, da des Träumers Herz

Überfließt von purpurner Abendröte,

Der Schwermut der rauchenden Stadt;

Dem Schreitenden nachweht goldene Kühle

Dem Fremdling, vom Friedhof,

Als folgte im Schatten ein zarter Leichnam:

 

Leise läutet der steinerne Bau;

Der Garten der Waisen, das dunkle Spital,

Ein rotes Schiff am Kanal.

Träumend steigen und sinken im Dunkel

Verwesende Menschen

Und aus schwärzlichen Toren

Treten Engel mit kalten Stirnen hervor;

Bläue, die Todesklagen der Mütter.

Es rollt durch ihr langes Haar,

Ein feuriges Rad, der runde Tag

Der Erde Qual ohne Ende.

 

In kühlen Zimmern ohne Sinn

Modert Gerät, mit knöchernen Händen

Tastet im Blau nach Märchen

Unheilige Kindheit,

Benagt die fette Ratte Tür und Truh,

Ein Herz

Erstarrt in schneeiger Stille.

Nachhallen die purpurnen Flüche

Des Hungers in faulendem Dunkel,

Die schwarzen Schwerter der Lüge,

Als schlüge zusammen ein ehernes Tor.


 © textlog.de 2004 • 16.12.2017 06:52:45 •
Seite zuletzt aktualisiert: 09.06.2005 
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