Sommersneige


Der grüne Sommer ist so leise

Geworden, dein kristallenes Antlitz.

Am Abendweiher starben die Blumen,

Ein erschrockener Amselruf.

 

Vergebliche Hoffnung des Lebens.

Schon rüstet Zur Reise sich die Schwalbe im Haus

Und die Sonne versinkt am Hügel;

Schon winkt zur Sternenreise die Nacht.

 

Stille der Dörfer; es tönen rings

Die verlassenen Wälder. Herz,

Neige dich nun liebender

Über die ruhige Schläferin.

 

Der grüne Sommer ist so leise

Geworden und es läutet der Schritt

Des Fremdlings durch die silberne Nacht.

Gedichte ein blaues Wild seines Pfads,

 

Des Wohllauts seiner geistlichen Jahre!


 © textlog.de 2004 • 21.10.2017 10:44:56 •
Seite zuletzt aktualisiert: 09.06.2005 
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