Der Wasseresel und anderes



Der Wasseresel


Der Wasseresel taucht empor

und legt sich rücklings auf das Moor.

 

Und ordnet künstlich sein Gebein,

im Hinblick auf den Mondenschein:

 

So daß der Mond ein Ornament

auf seines Bauches Wölbung brennt...

 

Mit diesem Ornamente naht

er sich der Fingur Wasserstaat.

 

Und wird von dieser, rings beneidet,

mit einem Doktorhut bekleidet.

 

Als Lehrer list er nun am Pult,

wie man durch Geist, Licht und Geduld,

 

verschönern könne, was sonst nicht

in allem dem Geschmack entspricht.

 

Er stellt zuletzt mit viel Humor

sich selbst als lehrreich Beispiel vor.

 

»Einst war ich meiner Dummheit Beute«,

so spricht er - »und was bin ich heute?

 

Ein Kunstwerk der Kulturbegierde,

des Waldes Stolz, des Weihers Zierde!

 

Seht her, ich bing euch in Person

das Kunsthandwerk als Religion.«

 


 © textlog.de 2004 • 22.10.2017 03:13:22 •
Seite zuletzt aktualisiert: 08.06.2005 
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