Milzbrand

Milzbrand, Anthrax, auf den Menschen, selten übertragbare Bazillenkrankheit der Stalltiere, Rind, Schaf, Schwein, Pferd, beginnt an der Infektionsstelle: einer kleinen Hautwunde, nach 4 bis 7 Tagen Inkubation mit Bildung einer Pustel, Pustula maligna, Milzkarbunkel, woran sich entzündliches Ödem oder Eiterung anschließt, stets von Fieber und Schwellung der nächstgelegener Lymphdrüsen begleitet. Dieser Prozeß kann lokal bleiben, aber auch in wenigen Tagen zum Tode führen. Von dem Karbunkel aus oder durch Einatmung, etwa beim Wolle- oder Borsten-Sortieren, oder durch Verschlucken der Keime, oder durch Essen von rohem Fleisch kranker Tiere: Darm-Milz hämorrhagische Entzündung des Darms, und Allgemeininfektion mit starker Milzschwellung, daher der Name, Fieber, Kräfteverfall. Die 1849 schon von POLLENDER entdeckt und von KOCH 1876 als Erreger d. M. erkannten recht großen Stäbchen sind im Eiter, Blut, Sputum, Urin, Fäces und in Geweben leicht feststellbar (Gram positiv) ebenso durch Kultur und die ASKOLI Thermopräzipitation: (A. Prof. Triest, geb. 1877), vgl. Präzipitation. Das dazu nötige präzipitierende Milzbrandserum stellt GANS, Oberursel im Taunus her; das klarfiltrierbare Extrakt wird gewonnen durch Auskochen von Organteilen Milzbrandkranker (oder selbst -Leichen) in physiologischer Kochsalzlösung (wobei die thermostabilen Antigene erhalten bleiben). — Behandl.: mehrmalige Anwendung des Heilserums, eventuell Neosalvarsan.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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