Malaria

Malaria lat. mala aria böse Luft, Wechselfieber, Febris interrnittens, Sumpffieber, kaltes Fieber, chronische endemische Infektionskrankheit, Erreger entdeckt von LAVERAN, Paris 1880, die nach mindestens 10tägiger Inkubation mit einem Fieberanfall beginnt, der aus Frost-, Hitze- und Schweißstadium besteht und meist 8 — 12 Stunden dauert. Die Anfälle wiederholen sich in regelmäßigen Zwischenräumen, täglich: febris quotidiana, jeden zweiten Tag: febris tertiana, oder jeden dritten Tag: febris quartana. Perniziöse Malaria mit zunehmender Apathie bis zum Koma und Tod; Malaria kachexie mit starker Anämie, Milz- und Leberschwellung, Herzschwäche, Apathie usw. Erreger der Malaria ist der Malariaparasit, das Malaria-Plasmodium, ein Protozoon, Klasse Sporozoen, Ordnung Hämosporidien. ROBERT KOCH nahm drei Arten Malariaparasiten an: Plasmodium vivax oder Tertianparasit, Plasmodium malariae oder Quartanparasit, Plasmodium immaculatum oder Tropicaparasit. Die Parasiten kommen durch einen Stich der Anophelesmücke in das Blut des Menschen, dringen in die roten Blutkörperchen ein und wachsen hier zu Teilformen, Schizonten, heran, die dann wieder in eine Anzahl von Merozoiten zerfallen, unter Zerstörung des Blutkörperchens frei werden und nun in neue Blutkörperchen eindringen und dort wiederum zu Schizonten auswachsen. Der Quartanparasit braucht zur Entwicklung 3 Tage, der Tertianparasit 2 Tage, der halbmondförmig Tropicaparasit ebenso; das Platzen der roten Blutkörperchen und jede neue Aussaat der Schizonten fällt mit dem Malariafrost zusammen. Parasitenformen von verschiedenem Alter, die gleichzeitig im Blut kreisen, bewirken die täglichen Fieberanfälle. Wir haben nun aber einen zweiten Entwicklungsgang (eine Art Generationswechsel): außer dem geschlechtslosen im Blut des Menschen, noch einen geschlechtlichen, indem außer den Schizonten die Parasiten im Blut noch Gametozyten gr. gamos, Ehe, bilden, die zur Entwicklung außerhalb des menschlichen Körpers bestimmt sind; und zwar männliche Mikro- und weibliche Makrogametozyten. Die Mücke nimmt beim Saugen beide Arten auf, im Magen werden aus den Mikrogametozyten -Mikrogameten und aus der Befruchtung der Makrogametozyten durch diese entstehen Makrogameten ( = Ookinet SCHAUDINN, gr. ôon Ei, xineô bewege). Der Ookinet bildet in der Magenwand eine Oozyste, in der wieder Sporozoiten entstehen, die in die Speicheldrüse gelangen und dann beim Stich in das menschliche Blut. In den Latenzzeiten halten sich die Parasiten in der Milz, besonders lange die Makrogameten. Die Diagnose ist meist leicht. Charakteristisch sind die Plasmodien. Bei negativer Blutuntersuchung wird versucht die Plasmodien künstlich zu provozieren durch Diphterie serum, bei lange zurückliegenden Fällen auch durch Neben-Nierenpräparat. Färbung erfolgt am besten mit der "dicken Tropfenmethode" und GIEMSA Modifikation der ROMANOWSKI Methode: Eosin-Azurblau oder mit MANSON Borax-Methylenblau oder RÜGE alkal. Meth.blau. Die Pigmentierung ist das sicherste Zeichen für die Erreger. Malaria Reaktion: Solange Parasiten im Blut, ist Wassermann meist positiv, später und bei chronischer Malaria nicht mehr. Malaria larvata Neuralgien und dgl., die statt der Fieberanfälle bei Malaria auftreten. Malaria-Hand hochrote Färbung der Handflächen. Vgl. Schwarzwasserfieber. Unübertroffenes Heilmittel ist Chinin, für tertiana und quartiana Plasmochin (evtl. beide). Bei Fällen, wo Chinin nicht vertragen wird oder nicht hilft Neosalvarsan. Malariaimpfung künstliche Infektion mit Malaria tertiana nach WAGNER von JAUREGG (von ihm als "nicht spezifisch" bezeichnet), die später geheilt wird, als Heilmittel bei Dementia paralytica, wobei wahrscheinlich die hohen Temperaturen nicht der allein wirksame Faktor sind.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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