Magengeschwür

Magengeschwür Ulcus ventriculi rotundum (meist bei jug. Indiv. weibl. Geschl.), Geschwür in der Magenschleimhaut, das oft trichterförmig die Magenwand durchsetzt. (Absolut gesichert ist Diagnose nur durch RÖNTGEN: s. HAUDECKsches "Nischensymptom",) Das Geschwür ruft nicht selten an dem Bauchfellüberzug eine umschriebene Peritonitis hervor; diese kann zur Verklebung mit Nachbarorganen: Pankreas, Leber, Milz, Kolon, Zwerchfell, Bauchdecken führen und auch in diese Teile oder natürlich frei in der Bauchhöhle weiter durchbrechen: perforierendes Magengeschwür. In anderen Fällen breitet sich das Magengeschwür nach der Fläche aus. Oft kommt es zu Magenblutungen. (Blutbrechen oder nur schwarze "Teerstühle", die die Blutprobe geben.) Kleine Magengeschwüre hinterlassen bei der Heilung nur kleine runde Einsenkungen der Magenschleimhaut, verlaufen überh. oft ganz symptomlos. Große ziehen die Schleimhaut strahlig zusammen und können dadurch Sanduhrmagen, Pylorusverengung mit nachfolgender Magenerweiterung usw. hervorrufen (mit Supersekretion und Pylorusspasmen). Manche Magengeschwüre führen zu starker, harter Infiltration der Umgebung: Ulcus callosum, nicht ganz selten auch zu spät. Krebs: Ulcus carcinomatosum, kallöses Magengeschwür. Als Ursache gilt Selbstverdauung nekrotischer Schleimhautstellen: Ulcus pepticum, peptisches Magengeschwür, auf Grundlage von Verbrennung durch heiße Speisen, Verletzungen, Embolien (bei Appendizitis, Sepsis, arteriosklerotischer Gefäßverschließung), kapillären Thrombosen nach ausgedehnten Hautverbrennungen, Arterienkrampf mit örtlicher Blutabsperrung, besonders bei Vagotonie, nach Manchen auch Infekt, mit Kolibazillen. Die Trichterform des Geschwüres entspricht der Pinselform eines arteriellen, senkrecht auf der äußeren Magenwand stehenden Versorgungsgebietchens. Magengrube Epigastrium, die Einsenkung zwischen den unteren Rändern des Brustkorbes, wohinter der Magen liegt. Magenkatarrh akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Oft für Dyspepsie, s. d., oder nervöse Magenstörungen gebraucht. Magenkrampf Gastralgie, Kardialgie, heftiger Magenschmerz, meist mit Erbrechen rein nerv. Natur bei Chlorose, Hysterie, Nervosität und Tabes ( = gastrische Krisen) oder als häufiges Symptom bei Ulcus, Karzinom und selten bei einfachen Katarrh. Magenkrisen vgl. Krisen, krampfhafte Brechanfälle. Magenleere, Schmerzhafte, Schmerzen, die immer auftreten, wenn der Magen leer ist; beruhen auf Magengeschwür oder sind nervöser Art. Magenneurosen nervöse Dyspepsie, Gastralgie. nervöses Erbrechen. Magenplätschern durch Erschütterung des Magens, z. B. Schütteln des Kranken in Rückenlage zu erzielendes Schwappen des flüssigen Mageninhaltes. Magenresektion Äusschneidung eines Teils der Magenwand. Magenruptur Zerreißung der Magenwand (äußerst selten durch zu starke Bauchpresse, Gasfüllung oder äuß. Trauma). Magensaft die Absonderung der Magendrüsen, Schleim, Lab, Pepsin (s. d.) und freie Salzsäure (s. d.) bei jungen Tieren wesentlich. Labferment. Magenfluß s. Supersekretion. Magenschlauch s. Magenausspülung. Magenschmerz, Linksseitiger, RIEDEL, unter dem Rippenbogen, in Anfällen oder anhaltend, wichtiges Zeichen für Magengeschwür. Magenschwindel s. Schwindel. Magensteifung BOAS, Gastrospasmus, brettharte Zusammenziehung der Magenwandmuskeln, besonders bei Verengung des Pylorus und Hyperazidität. Magentetanie Tetanie infolge von Magenerweiterung.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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