Krankenkost

Krankenkost, Diät, die dem einzelnen Kranken aus ärztlichen Gründen vorgeschriebene Kost, auf der Grundlage, daß er die für seinen Körperbestand nötige Menge von Nährstoffen, berechnet nach Kalorien, in einer Form erhält, die seinem Gesamtzustand und dem seiner Verdauungsorgane nicht schadet. Unter Umständen ist absolute Diät, strenge Diät, völliges Fasten, nötig, so bei gewissen akuten Magendarmerkrankungen, andere Male Diaeta parca, knappe Kost, z. B. im Beginn einer Diabetesbehandlung, bei Entfettungskuren. Bestimmte Krankheiten erfordern Beschränkung einzelner Nährstoffe, die Zuckerkrankheit Verringerung der Zufuhr von Kohlehydraten, Diabeteskost, aber nicht ihren Ausschluß, weil dabei das Leben durch die Gefahr der Acetonurie bedroht wird; manche Nierenentzündungen Beschränkung der Kochsalzzufuhr, kochsalzarme Kost, weil Kochsalzübermaß Wassersucht begünstigen kann; Pankreaserkrankungen verminderte Fettzufuhr, weil das Fett nicht verdaut wird; Gichtkranke müssen purinreiche Kost, s. d., vermeiden, weil die daraus entstehende Harnsäure von ihrem Körper nicht verarbeitet wird, usw. Ein treffliches Beispiel einer Schonungskost ist die LEUBEsche Kost LEUBE deutscher Kliniker 1844—1922, bei Magengeschwür, nach der Verträglichkeit abgestuft. 1. Stufe: Schleimsuppe, Fleischbrühe, Milch, eingeweichte Keks oder ungezuckerte Zwiebäcke. 2. Stufe: Kalbsbries, Kalbshirn, Taube, Hühnerei, Grieß, Reis, alles weich gekocht. 3. Stufe: geschabter Schinken, gehackte Rindslende, Kartoffelmus, leichte Mehlspeisen, Weißbrot. 4. Stufe: zartes gebratenes Fleisch, Hecht, Makkaroni usw., mit allmählichem Übergang zur gewöhnlichen Kost. LENHARTZ deutscher Arzt 1854—1910 hat bei Magengeschwür von Anfang an, auch bald nach Blutungen, reichliche Kost mit Milch, rohem Ei, feinzerteiltem Fleisch empfohlen, um bei geringer Füllung und Reizung die Salzsäure zu binden. — Allgemein kommt bei Abmagerung eine Überernährungskost, bei erwünschter Gewichtsabnahme eine Unterernährungskost, unter Umständen auch nur eine Beschränkung der Flüssigkeitsaufnahme, vgl. ÖRTELsche Kur, SCHWENINGER-Kur, in Frage. Unterernährung zu besonderem Zweck fordert die PROCHOWNIKsche Kost PROCHOWNIK Hamburger Frauenarzt, zur Unterernährung von Schwangeren, die eine Conjugata vera von 7,3 cm haben; soll kleinere Frucht mit geringem Fettansatz erzielen: morgens kleine Tasse Kaffee mit 25g Zwieback, mittags Fleisch, Fisch, Ei, wenig Tunke, etwas grünes Gemüse, Salat, Käse, abends ebenso mit 40—50 g Brot und beliebig Butter; verboten Wasser, Suppe, Kartoffeln, Mehlspeisen, Zucker, Birnen; als Getränk 800—400 ccm Rot- oder Weißwein. Nur in den letzten 8—10 Wochen. Vgl. Probekost, s. a. KARELL-Kur.


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