Gonorrhoe

Gonorrhoe gr. gonê Samen, rheô fließe, Tripper, meist durch Geschlechtsverkehr übertragene Infektionskrankheit. Inkubationszeit 1—3 (evtl. 8) Tage. Der Erreger ist der 1879 von ALBERT NEISSER entdeckte Gonokokkus, gramnegativ züchtbar auf Ascitesagar und menschlichen Blutserum. Beim Manne entsteht zuerst eine Entzündung der Harnröhre; sie kann sich auf Prostata, Blase, Samenblasen und Nebenhoden fortpflanzen und wird seltener auf den Mastdarm und auf die Augen übertragen (vgl. Blennorrhoea); durch Mischinfektion entsteht u. a. Bubo inguinalis. Endlich erfolgt selten Allgemeininfektion, Gonokokkensepsis, mit Erkrankung der Gelenke, des Herzens, der Augen, der Haut usw. Bei der Frau erkranken zunächst Harnröhre und Cervix uteri und die BARTHOLINschen Drüsen am Introitus; jedenfalls sind die Komplikationen beim weiblichen Geschlecht unendlich viel häufiger als beim männlichen. Oft kommen schwere Entzündungen der Tuben, des Bauchfells, der Eierstöcke hinzu: aufsteigende G., namentlich nicht selten i.Wochenbett, bei bis dahin unscheinbar verlaufener Erkrank, (vgl. Einkindsterilität). Gonorrhoe-Serum s. Arthigon. Gonorrhoe-Lebendvakzine: Gonovitan der Sächsischen Serumwerke. — Gonorrhoismus SCHUSTER Gonokokkensepsis.


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