Dysenterie

Dysenterie HIPPOKRATES gr. enteron Darm, Ruhr, Infektionskrankheit mit Durchfall, Fieber, Erbrechen, Tenesmus, schleimigen wässerig-blutigen Stühlen. Kein Milztumor. Evtl. Dysenterie-Rheuma. Man unterscheidet Bazillen- und Amöben-Ruhr. Hier wieder bei jeder Art 2 Unterarten. Bei der Bazillen-Ruhr nach LENTZ Berlin, geb. 1873 durch giftreiche und giftarme Bazillenarten. Die erstere bildet die SHIGA-KRUSEsche gramnegative, unbewegliche Bazillendysenteriae, zu der letzteren gehört die Bazillenpseudodysentrie, die HISS-RUSSELsche Y-Bazillen, die FLEXNERsche und die STKONGsche, beide auf den Philippinen gefunden. Unterscheidung durch Züchtung auf DRIGALSKI-CONRADIschen Nährböden, s. d. Es rötet durch Säurebildung die Lackmusfarbe in Mannit-Nährboden der Y-Bazillen, in Mannit- und Maltose-Nährboden der FLEXNERsche, in Mannit- und Rohrzucker-Nährboden der STRONGsche, während der echte SHIGA-KRUSE in keinem der 3 eine Rötung verursacht. Die zweite (tropische) Dysentrieart ist verursacht durch Entamoeba dysenterica und zwar Entamoeba tetragena (mit 4 kern. Dauercyste) (VIERECK-HARTMANN) und die Entamoeba histolytica (SCHAUDINN). Letztere vielleicht nur Degenerationsform der ersten. Bei der tropica sehr häufig Leberabszeß. Therapie: Bazillen-Ruhr: Reizöl; flüssige Ernährung, später breiig; kein Fett; adstringentia Mittel.; Bismut subnitrat, Tannalbin. Leib warm halten. Ein polyvalentes Serum liefert Höchst und sächsische Serumwerke. Die prophylaktische Impfung mit den abgetöteten Bazillengemischen Dysbacta von RUETE, ENOCH und DYSMOSIL von BRAM verleiht Dauerschutz. Amöben-Ruhr: diese Therapie und Yatren (besonders wirksam).


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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