Degeneration

Degeneration lat. Entartung, LUBARSCH: Ersatz vollwertiger Substanzen durch minderwertige; RÖSSLE: Schädigung spezifischer Zelleigenschaften, verschlechterte Fähigkeit zur Entwicklung, Anpassung und Heilung. — Degeneration von Zellen, fettige Degeneration: s. Verfettung, trübe Schwellung: Auftreten von Körnchen im Protoplasma durch Eiweißgerinnung; schleimige, kolloide Degeneration: Auftreten von Schleim, kolloider Masse in den Zellen; Pigment-Degeneration (s. d.), Kalkinfiltration (s. d.). Sekundäre Degeneration die Entartung der Nervenleitungsbahnen nach Zerstörung ihres trophischen Zentrums, je nach dessen Sitz aufsteigende Degeneration oder absteigende Degeneration. Degeneration von Individuen körperliche und geistige Abweichung vom normalen Typus, durch Vererbung oder Lebenseinwirkungen. Degenerationszeichen Abweichungen in der Form bestimmter Teile, entweder Annäherung an den Typus einer Tierart: Prognathie, fliehende Stirn, Toruspalatinus, abnorme Formen der Gehirnwindungen, Mißgestalt der Ohrmuschel, überzählige Finger, Fingerverwachsungen usw., oder Entwicklungstörungen: Schädelasymmetrie usw., Hasenscharte, Hypospadie, Kryptorchismus, Hernien, Infantilismus, Viraginismus, Feminismus beim Manne, Iriskolobom, überzählige oder versprengte Zähne, Luxatio congenita coxae, Spina bifida, Pes varus congenitus, Albinismus, Hypertrichosis, Hermaphroditismus usw. Vorhandensein zahlreicher Degenerationszeichen spricht für allgemeine Minderwertigkeit, Anlage zu Irresein oder Verbrechen. — Degeneratio adiposogenit. s. Dystrophia. — Degeneratives Irresein s. Degenerative Psychosen.


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