Empfindung

Empfindung (aisthêsis, pathos, sensio, sensatio; sensation, impression, feeling (engl.); sensation (fr.): 1) im weiteren Sinne = unmittelbares Erleben, Fühlen, Gewahrwerden; 2) im engeren, wissenschaftlichen Sinne = das durch psychologische Analyse zu gewinnende Element der Vorstellung, ein qualitativ einfacher Inhalt (Zustand) des Bewußtseins, der auf der Erregung des Organismus (des Nervensystems) durch (äußere oder innere, peripherische oder zentrale) »Reize« (s. d.) beruht. Die Empfindungen sind Reaktionen des lebenden Organismus auf die Einwirkungen der Außenwelt, zugleich Zeichen (Symbole) für die Beschaffenheiten der »Dinge an sich«, die sie zwar nicht, »abbilden«, wohl aber in subjektiver Form »darstellen«, »vertreten«. Im konkreten Erleben kommt die isolierte Empfindung nicht vor, stets bildet sie einen Teil von Empfindungskomplexen, von Wahrnehmungen (s. d.). Die Bestimmungen jeder Empfindung sind Qualität (s. d.) und Intensität (s. d.), im weiteren Sinne auch der »Gefühlston« (s. d.). Die »Extensität« (s. d.) ergibt sich erst aus dem Zusammen von Empfindungen. Das »Empfinden« ist das Statthaben, Auftreten, Präsentsein, Actuellsein eines Inhaltes (Farben, Ton etc.) Es sind organische (Gemein-) und Sinnesempfindungen zu unterscheiden. Die Trennung des »Empfindens« vom »Fühlen«, der »Empfindung« vom Gefühle der Lust und Unlust erfolgt erst bei TETENS und KANT (s. unten).



Inhalt:


Empfindung - Augustinus
Empfindung - Descartes, Hobbes
Empfindung - Condillac, Leibniz
Empfindung - Kant, Schelling
Empfindung - Herbart, Helmholtz
Empfindung - Husserl, Fechner

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