Blutdrüsen

Blutdrüsen eine Reihe von drüsenähnlichen Organen, die zum Unterschied von den echten Drüsen keinen Ausführungsgang haben und die abgesonderten Stoffe nur an das Blut weitergeben: Schilddrüse, Epithelkörperchen, Hypophyse, Zirbel, Nebennieren, Thymus, Carotisdrüse. Die von ihnen und von einigen echten Drüsen, Niere und Pankreas, ferner von Hoden und Eierstock außer ihrer gewöhnlichen Absonderung auf dem Blutwege abgegebenen Stoffe der inneren Sekretion, Hormone, üben in anderen Organen funktionsanregeude (dissimilatorische) oder funktionshemmende (assimilatorische) Wirkungen aus (vgl. die einzelnen genannten Organe). Die Hormone spielen in der neuesten Heilmittellehre eine hervorragende Rolle. Die genaue Zusammensetzung dieser Hormone ist nur z. T. bekannt, am genauesten desjenigen der Schilddrüse, das bereits synthetisch dargestellt wird. Auch dessen Wirkung ist am genauesten bekannt: Erhöhung des sogenannten Grundstoffwechsels und Erhöhung der Widerstandskraft gegen verschiedene Vergiftungen. Am wenigsten ist chemisch bekannt das Insulin, das Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es wirkt durch Herabsetzung des Blutzuckers und bildet bereits einen bewährten Teil der heutigen Therapie der Zuckerkrankheit. Besonderes Aufsehen hat die Wirkung des Eierstockhormons erregt. Es zeigt eine ausgesprochene Wirkung auf weibliche Geschlechtsorgane: Die Brunst bei noch unreifen Tieren tritt vorzeitig ein, bei alten, normalerwsise nicht mehr brünstigen, tritt sie wieder ein, auch erzeugt es Wachstum infantil gebliebener Eierstöcke. Auf männliche Tiere hat es hemmenden Einfluß: Die zur Reife sich entwickelnden Keimdrüsen bleiben zurück. Siehe übrigens auch "STEINACH". Blutdrüsenerkrankungen, dysadenoide Erkrankungen vgl. die einzelnen Blutdrüsen. Sind mehrere davon zugleich erkrankt, so nennt man das Pluriglanduläre Insuffizienz oder Multiple Blutdrüsensklerose FALTA; die Erscheinungen setzen sich je nach dem Vorwiegen der einen oder der anderen Störung verschieden zusammen. Sehr folgenschwer sind die Blutdrüsenerkrankungen des frühen Kindesalters: 1. Infantiles Myxödem, auch Echter Infantilismus oder BRIDAUDscher Infantilismus genannt, aber besser vom Infantilismus s. d. zu trennen. Hierher gehören auch der Kretinismus und die Hypothyreoidie. 2. Dysgenitalismus, Geroderma genitodistrofico, und Eunuchoidismus, wobei hauptsächlich Hypophyse und Zirbel beteiligt sein dürften. 3. Infantilismus pancreaticus BRAMWELL, allgemeine Wachstumshemmung durch Erkrankung des Pankreas, 4. Idiotia thymica VOGT durch Schwund der Thymus, tiefe Verblödung mit pastösem Aussehen, Zwergwuchs, unvollkommener Geschlechtsentwicklung und Behaarung, schlaffen Muskeln und weichen, brüchigen Knochen.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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