Zahl

Zahl (arithmos, numerus) ist die Heraushebung (Unterscheidung) und Zusammenfassung einer gleichartigen Mannigfaltigkeit zur (komplexen) Einheit, sie entsteht durch (primäres) Zählen, d.h. durch wiederholte Setzung der Einheit und Verbindung, Synthesis der Einheitssetzungen. Das Zählen ist ein zeitlicher Vorgang, die (fertige) Zahl hingegen abstrahiert nicht bloß von allem qualitativen Inhalt, der für sie gleichgültig ist, nicht in Betracht kommt -, sondern auch von räumlich-zeitlichen Bestimmungen. Das Zählen kann ebenso gut an Objekten der Außenwelt als an Vorstellungen, Denkakten u.s.w. vorgenommen werden, es ist in seiner Gesetzmäßigkeit unabhängig von der Existenzart des zu Zählenden. Die Zahlgesetze, wurzelnd im Wesen des Denkens überhaupt, gelten daher unbedingt für alle möglichen Inhalte. sie sind rein formaler Natur. Der Zahlbegriff hat seine Quelle in der Bewußtseinstätigkeit, ist insofern a priori (s. d.), kommt aber ursprünglich nur am Erfahrungsinhalte zur Ausbildung, durch welche auch weiterhin die Bestimmtheit (Größe) der Zahlen bedingt ist, so daß (teilweise) die Zahl (Anzahl) ein objektives Fundament besitzt. Doch darf deswegen die Zahl noch nicht zu einer metaphysischen Wesenheit hypostasiert werden, wie dies seit den Pythagoreern zuweilen geschehen ist.



Begriff und Definition der Zahl bei:


Pythagoras, Aristoteles, Leibniz
Descartes, Locke, Leibniz
Kant, Schelling, Hegel
Mill, Helmoltz, Sigwart
Baumann, Cohen, Husserl, Natorp
Wundt, Cornelius, Jerusalem

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Seite zuletzt aktualisiert: 14.11.2004 
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