Hand

Hand lat. manus, bei vielen krankhaften Veränderungen mit besonderen Namen bezeichnet. 1. Affenhand DUCHENNE: bei atrophischer Lähmung der Muskeln des Daumenballens wird der Daumen in gleiche Flucht mit den anderen Mittelhandknochen gebracht. 2. Dreizackhand dreizackähnliche Hand bei Achondroplasie, s. d.; die drei gleichlangen mittleren Finger stehen wie Zinken auseinander. 3. Fakirhand DEJERINE Einbohrung der Fingernägel in die Hohlhand bei Paralysis agitans (sonst auch bei Katatonie). 4. Fallhand, Hängehand Beugestellung der Finger bei Bleilähmung. 5. Faustzeichen HOCHSINGER bei Tetanie: bei Druck auf den Sulcus bicipitalis am Oberarm schließt sich die Hand zur Faust. 6. Flaggenhand BING bei Kinderlähmung: bei erhobener Hand stehen die Finger wagerecht ab, der Daumen senkrecht. 7. Flossenhand flossenartige Stellung der Hand in Fällen von Erbsyphilis. 8. Geburtshelferstellung der Hand Main en accoucheur TROUSSEAU, Schreibhaltung der Hand Fingerhaltung wie bei Scheiden Untersuchung oder beim Halten der Schreibfeder, bei Tetanie. 9. Greifenklaue, Klauenhand, Krallenhand Lähmung der Interesse- und Lumbricales-Muskeln in der Mittelhand und des sie versorgenden Ulnarisnerven. 10. Klumphand angeborenes Fehlen des Radiusknochens am Vorderarm, wodurch die Hand sich stellt wie der Fuß beim Klumpfuß 11. Kolbenfinger Trommelschlägelfinger Digiti hippocratici, Ostêoarthropathie hypertrophiante pneumique, MARIEsche Krankheit: Auftreibung de Knochen und Gelenke der Finger zumal an den Endgliedern, bei chronischen Lungen- und Herzleiden, nach BAMBERGER infolge venöser Stauung, nach THORBURN milde Tuberkulose der Knochen, vgl. Spina ventosa, nach MARIE Wirkung von Ptomainen aus Eiterherden der tuberkulösen Lunge, nach anderen mit Akromegalie verwandt. 12. Predigerhand CHARCOT Predigerstellung der Hand durch Atrophie des Daumenbeugers bei erhaltenen Streckmuskeln, bei Ulnaris- und Medianuslähmung und bei Syringomyelie; H.gelenk und Grundphalangen gestreckt, andere Phalangen gebeugt. 13. Schlägelhand Main en battoir, Vergrößerung und Verdickung der Finger bei Akromegalie. 14. Tatzenhand Main succulente = Safthand, Chiromegalie, Verdickung der Hand und der Finger bei Syringomyelie. Zweckmäßiger ist wohl die Einteilung all dieser Kontrakturen nach ihrer Herkunft in: Dermogene gr. derma Haut und -genês vov gignomai entstehen also in der Haut, infolge Haut-Narben, Desmogene (desmos Band) Narben oder Verkürzungen in Bindegewebe, Fascien, Sehnen z.B. DUPUYTRENsche der Hand-Aponeurose, Myogene mys Muskel, durch Erkrankung der Muskeln, Degeneration nach Gipsverbänden, Abszeßdruck usw. Neurogene: Reflektorisch, spastisch oder paralytisch.


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Seite zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 
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